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Ukrainische orthodoxe Gemeinde feierte das Fest "Pokrova" - Mariä Schutz und Fürbitte

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Am Sonntag, dem 16. Oktober 2016, hat die ukrainische orthodoxe Gemeinde mit einer Hl. Göttlichen Liturgie und einem Bittgottesdienst in Düsseldorf das Fest "Pokrova" - Mariä Schutz und Fürbitte - gefeiert. Es zelebrierten Erzpriester Vitalij Derewianka aus Belgien und Gemeindepfarrer Anfir Ostaptschuk. Danach versammelte sich die Gemeinde zu einer Agape im Gemeindesaal.

"Pokrova"  ist ein besonders geachteter Festtag in der Ukraine und in der Diaspora, dem viele Kirchen geweiht sind. In der Vergangenheit wurde im Zentrum des ukrainischen Kosakenstaates, der Saporoger Sitsch am Fluss Dnipro, eine Kirche zu Ehren der Gottesmutter und ihres Schutzes errichtet. In unserer Zeit wurde dieser Festtag in der Ukraine am 14. Oktober 2014 offiziell als "Tag des Verteidigers der Ukraine" eingeführt. Mit dem Schutz der Gottesmutter verband das ukrainische Volk auch in der Vergangenheit sein Ringen um Befreiung aus Not, Verfolgung und Unterdrückung. Auch heute, wie nie zuvor, braucht die Ukraine unsere Gebete und Bitten an die Gottesmutter um Ihren Schutz.

Der Festtag  wurde von der orthodoxen Kirche im 12. Jh. eingeführt und wird am 14. Oktober begangen. Das Fest selbst geht auf die Erzählung über die wundersame Erscheinung der Gottesmutter zurück, die der hl. Andreas und sein Schüler Epiphanias wohl im 5. Jahrhundert in Konstantinopel in der Kirche der "Gottesmutter in den Blachernen" erlebt hatten. Als Konstantinopel einmal Gefahr drohte, versammelten sich die Einwohner der Stadt in der Blachernenkirche zum Gebet. Während des Gebets erschien die Gottesmutter dem hl. Andreas und seinem Schüler Epiphanias. Sie betete für die Menschen und breitete über sie ihr Kopftuch - "Pokrov" ( gr: omophorion) zu deren Schutz aus. Neben Ihr beteten die Apostel, Propheten, Märtyrer und alle Heiligen. Diese wundersame Erscheinung der Gottesmutter ermutigte die Menschen und es gelang ihnen, mit Gottes Hilfe die Feinde zu vertreiben.

Die Ukrainer haben ihre Legende von der wundersamen Erscheinung der Gottesmutter zur Rettung des Klosters (Lavra) von Potschajiv, als es im Jahre 1675 während des türkisch-polnischen Krieges von einem Heer aus Türken und Tataren belagert wurde. Die Kosaken des Hetmans Doroschenko waren weit entfernt; sie standen bei der Stadt Tschyhyryn. Die Mönche und die Menschen waren auf sich allein gestellt. Solche, die nicht kämpfen konnten, versammelten sich in der Kirche der hl. Dreifaltigkeit und beteten vor der wundertätigen Ikone der Gottesmutter von Potschajiw und den Reliquien des hl. Iov von Potschajiv. Während des Gebetes erschien die Gottesmutter auf einer Wolke über dem Kloster, umgeben von Engeln mit Schwertern. Sie breitete Ihren "Pokrov", Omophorion, zum Schutze des Klosters und der Menschen aus. Als die Türken und Tataren ihre Pfeile auf diese Himmelserscheinung schickten, kehrten sie zurück und trafen diejenigen, die geschossen haben. Sie gerieten in Verwirrung und Panik und ergriffen die Flucht. Es geschah in der Nacht am 23. Juli 1675. Dieses Geschehnis schildert Metropolit Ilarion Ohijenko von Kanada in seinem Buch "Eine Festung der Orthodoxie in Wolhynien - die Heilige Lavra von Potschajiv" (Vgl.: Ridna Cerkwa - Ukrainisches Orthodoxes Kirchenblatt, Nr.104, Neu-Ulm, 1975)

Dieses Ereignis fand ihren Ausdruck in einer Volksdichtung, deren Autor unbekannt ist. Der Text beginnt mit den Worten: "Oj zijšla zorja večоrovaja, nad Počajevom stala... - Der Abendstern ist aufgegangen und blieb über Potschajiv stehen..." Weiter heißt es darin: Gleich einer schwarzen Wolke näherte sich dem Kloster ein Heer aus Türken und Tataren; mit Tränen in den Augen trat Vater Zalizo aus seiner Mönchszelle hervor und rief: "O, rette, rette, Gottesmutter, das Kloster...,, Da erschien die Gottesmutter und blieb über dem Kreuz der Kirche stehen. Sie schickte die Geschosse der Angreifer zurück, und das Kloster wurde gerettet. Diese Volksdichtung wurde von Mykola Leontowytsch vertont und ist im ukrainischen Volk sehr populär.

Nicht eine historische Begebenheit allein feiern wir, nicht allein die Hilfe der Gottesmutter für die Stadt Konstantinopel oder die Lavra von Potschajiv. Mit diesem Fest wird der Glaube der orthodoxen Christen an Mariä Schutz und Fürbitte für die gesamte Christenheit betont.

Die Ikone der allheiligen Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria aus der Kirche der ukrainischen orthodoxen Gemeinde in der Beckhof-Siedlung für Flüchtlinge aus osteuropäischen und baltischen Ländern in Bielefeld-Sennestadt (1958-2008); hier dargestellt mit Ihrem ausgebreiteten "Pokrov"- Omophor.

Es ist ein Teil der liturgischen bischöflichen Kleidung, ein Schulterband, das dem abendländischen Pallium entspricht und Dienst für die Menschen bedeutet. Im übertragenen Sinne bedeutet es auch hohen geistigen Schutz und Fürsorge.