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Millenninum des Christentums in der Ukraine (988-1988)

Bericht über die Jubiläumsfeier in Düsseldorf-Wersten
(Nach: Ridna Cerkwa, Nr. 155, 1988)

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Am Sonntag, dem 20. März 1988, feierten die Ukrainer mit einer Pontifikalliturgie in der orthodoxen Kirche St. Nikolaus in Düsseldorf-Wersten und anschließendem Empfang mit Folklorekonzert das 1000-Jahr-Jubiläum der Taufe der Kiewer Rus’-Ukraine im Jahre 988 im orthodoxen Glauben.

Zu der Feier reisten der Erzbischof von Paris und Westeuropa Anatolij (Dubljansky) aus Neu-Ulm und Erzbischof von Australien und Neuseeland Wolodymyr aus London an. Am Eingang zur Kirche wurden die Bischöfe nach altem Brauch mit Brot und Salz empfangen.

Gemeinderatsmitglied Ivan Kornylo sprach ein kurzes Grußwort. In der Kirche wurden die Bischöfe von Priester Ivan Derewianka stellvertretend für Gemeindepfarrer Anfir Ostaptschuk begrüßt, der den Chor leitete.

Die Göttliche Liturgie zelebrierten die beiden Bischöfe unter Assistenz von Archipresbyter P. Dubytskyj, Erzpriester Hr. Matwijenko, Erzpriester O. Kowalski, Priester I. Derewianka, Protodiakon St. Kurescha und Diakon S. Pikulski. Gläubige aus Düsseldorf sowie aus anderen Städten Nordrhein-Westfalens und des Rheinlandes füllten die Kirchе; viele reisten sogar aus Belgien mit einem Bus an. Am Gottesdienst und an der anschließenden Feier nahmen auch zahlreiche ukrainisch-katholische Gläubige und deutsche Gäste teil.

In seiner Predigt sprach Erzbischof Anatolij über die Taufe der Kiewer Rus-Ukraine und ihre Bedeutung für das ukrainische Volk, ein Ereignis, mit dem es in die christliche Gemeinschaft der Völker aufgenommen wurde. Nach der Hl. Liturgie wurde ein spezieller Moleben aus diesem Anlass gehalten.

Festversammlung

Anschließend versammelte sich die Gemeinde zum gemeinsamen Mittagessen im Pfarrsaal der evangelisch-lutherischen Stephanusgemeinde unweit von der orthodoxen Kirche, in dessen Verlauf Erzbischof Wolodymyr eine Rede hielt und die ukrainische Gemeinschaft zur engen Zusammenarbeit aufrief. Ein Grußwort an die Festversammlung richtete persönlich der Vorsitzende des Europäischen Jubiläumskomitees, Ing. Juri Kowalczuk aus Hannover.

Eine längere Ansprache hielt der Gemeindevorsteher Erzpriester Anfir Ostaptschuk, Vorsitzender des Eparchialen Jubiläumskomitees der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche (UAOK). Dabei stellte er kurz seine deutsche gekürzte Übersetzung der in Berlin 1940 erschienenen Schrift des ukrainischen Historikers Prof. Dmytro Doroschenko über die Bedeutung der Orthodoxen Kirche im Leben des ukrainischen Volkes (Originaltitel: "Pravoslavna Cerkva v mynulomu i sučasnomu žytti ukrajins’koho narodu") mit dem deutschen Titel "1000 Jahre Ukrainische Orthodoxe Kirche, Ihre Rolle im Leben des ukrainischen Volkes" vor, die vom Jubiläumskomitee im Jahre 1988 herausgegeben wurde.

Die deutsche Übersetzung wurde von der Hauptkirchenverwaltung der UAOKirche veranlasst und dem Millennium der Taufe der Rusj-Ukraine gewidmet. Diese Milleniumsschrift wurde von der UAOKirche in Großbritannien in englischer Übersetzung herausgegeben mit dem Titel "The Orthodox Church in the Life of the Ukrainian People", London-1988- Canberra (ISBN 0 950257834). In der Zeitschrift "Terra Sancta" (24 jaargang nummer 2,- juni 1988) erschien die niederländische Übersetzung dieser Schrift mit dem Tiel "Duizend Jaar Oekraїense Orthodoxe Kerk, haar rol in het leven van het Oekraїense volk". Die niederländische Übersetzung wurde aus dem deutschen Text von lic. Marcel Merchiers gefertigt. (Herausgeber: Frans Cornelissen, Gent)

Erzpriester A. Ostaptschuk sprach von der regen Resonanz, die in zahlreichen Schreiben von den Empfängern dieser Broschüre zum Ausdruck kam. Genannt seien hier u.a. das Schreiben des Superintendenten der Evangelisch-methodistischen Kirche der Stadt Essen, Hans-Albert Steeger, von Dr. P. Amann, Zentralstelle Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn; Schreiben aus Itzehoe von Präses Otto Freiherr von Campenhausen, Vorsitzenden des EKD-Ausschusses "Kirche, Gesellschaft und Staat"; Schreiben von landeskirchlichen Ämtern der Evangelischen Kirche; von der Fachstelle Ökumene des Bischöflichen Generalvikariats Münster; Schreiben des Stadtsuperintendenten D. Linz und des Stadtdechanten G. Weber in Düsseldorf; vom Superintendenten Norbert Beer, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen, der auch die ukrainisch-orthodoxe Kirche angehört.

Viele weitere Schreiben kamen von Institutionen und Privatpersonen. Sie übermittelten ihre Segenswünsche und Grüße anlässlich der Feier und bekundeten ihr Interesse an der Geschichte der ukrainischen orthodoxen Kirche.

Konzertprogramm

Der erste Teil des Konzertprogramms war dem ukrainischen Dichter Taras Schewtschenko (1814-1861) gewidmet. Traditionsgemäß ehrt die Gemeinde im Monat März das Andenken des großen Dichters an dessen Geburts- und Todestag.

Eröffnet wurde das Programm mit dem Gesang von Versen aus Schewtschenkos "Vermächtnis": "Wenn ich sterbe, sollt ihr mir ein Grab auf der breiten Steppe in der lieben Ukraine bereiten",  wendet er sich an seine Landsleute,- "wo man weite Felder sieht, den Dnepr/Dnipro und seine Hänge, wo man hören kann sein Tosen, seine wilden Gesänge ... Begrabt mich und erhebt euch, sprengt die Sklavenbande", fordert er sie auf und ermahnt "nicht zu vergessen", nach erlangter Freiheit seiner in einer "großen Familie, einer freien, neuen Familie mit einem lieben, stillen Wort zu gedenken".

Vorgetragen wurde außerdem Schewtschenkos Poem "Iržavec", das vom tragischen Schicksal der Kosaken nach der Entscheidungsschlacht von 1709 bei Poltava im Nordischen Krieg zwischen Russland und Schweden handelt.

Zar Peter I. siegte über Schwedens König Karl XII. und seinen ukrainischen Verbündeten Hetman Ivan Mazepa. Die am Kampf beteiligten Kosaken mussten ins Exil auf die Krim flüchten, die unter türkischer Oberhoheit stand. Sie nahmen nur die Ikone der Muttergottes, ihrer Schutzherrin, aus der Kirche in der Saporoger Sitsch, ihrem Heerlager, mit, "sonst nichts". Sie stellten die Ikone in einem Zelt auf und beteten vor ihr mit Tränen in den Augen, und die Muttergottes weinte mit. Nach dem Tode Peters I. durften die Kosaken aus der Krim in das Gebiet von Poltava zurückkehren, und mit ihnen die Muttergottes-Ikone. Sie wurde in dem Ort Iržavec in einer neuerbauten Kirche aufgestellt. "Dort weint sie auch heute noch um die Kosaken", beschließt Schewtschenko sein Poem, das er in der Verbannung in der Orsker Festung im Jahre 1847 schrieb.

Ein Jugendchor sang zwei Lieder zu den Texten von Schewtschenko sowie einige ukrainische Volkslieder.

Die Volkstanzgruppe "Poltava" aus der belgischen Stadt Genk erfreute das Publikum mit Volkstänzen und ihrem Temperament und erntete reichen Beifall.

Auf die Jubiläumsfeier bereiteten sich die Kleinen und Erwachsenen vor. Ukrainer beider Konfessionen bezeugten dabei ihre nationale Solidarität. Selten kamen sie so zahlreich zusammen wie dieses Mal.

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